(07.08.2009)

News Frankfurter Börse
Börse Frankfurt: Gewinnmitnahmen und Neueinstiege bei Anleihen
Bei bisher rege nachgefragten und auch gut gelaufenen Unternehmensanleihen kommt es zu Gewinnmitnahmen. Anleihen, die unter pari notieren, scheinen für Anleger jedoch attraktiv zu sein trotz eines anziehenden Aktienmarktes. Die Rentenmärkte bewegen sich diese Woche bei vergleichsweise geringen Umsätzen seitlich. Der Bund-Future habe sich in einer Bandbreite von 100 Basispunkten bewegt und die EZB den Leitzins in ihrer turnusmäßigen Sitzung unverändert bei 1 Prozent gelassen.
Laut einem Kommentar der Volkswirte der HSH Nordbank scheine Jean-Claude Trichet, der Chef der europäischen Notenbank mit der der Geldpolitik der EZB zufrieden zu sein - und das zu Recht. Zur konjunkturellen Lage befragt, habe er gesagt, dass es Anlass zu etwas mehr Zuversicht geben würde. Eine zehnjährige Bundesanleihe notiert heute durchschnittlich bei 3,44 Prozent, der Euro-Bund-Future steht zur Mittagszeit bei 121,31 Prozentpunkten. Steuerliche Anreize waren der Grund dafür, dass es diese Woche in einigen Anleihen kurz vor Endfälligkeit noch zu größeren Verkäufen kam. Anleger können realisierte Kursgewinne von Anleihen noch steuerfrei vereinnahmen, wenn sie diese vor dem 1. Januar erworben und mindestens ein Jahr in ihrem Bestand hatten', erklärt Brunner.
Den größten Zuwachs hatte eine Anleihe der Deutschen Bank. Sie gewann seit Anfang Juli nahezu 20 Prozent zu. Wie die Hellwig Wertpapierhandelsbank meldet, finden Privatanleger zunehmend wieder Interesse an den Papieren. Weiterhin von Anlegern gefragt waren Stufenzinsanleihen in allen Variationen. Als Beispiel dazu diene hier eine Zuwachsanleihe der WestLB ( WKN WLB65M ), die bis Januar 2015 läuft. 'Der Coupon beträgt bis zum ersten möglichen Rückzahlungstermin am 21. 01-2011 4,50 Prozent. Sollte die Anleihe dann nicht seitens des Schuldners gekündigt worden sein, erhält der Anleger danach bis zur Endfälligkeit einen Coupon von 4,1 Prozent.'
Bei den Neuemissionen von deutschen Kreditinstituten ist zu beobachten, dass kaum Festzinsanleihen platziert werden, sondern hauptsächlich variabel verzinsliche Anleihen mit überwiegend vierteljährlicher Zinsanpassung im Laufzeitbereich von 3 bis 5 Jahren. Wenig Freude kommt derzeit bei Anleiheneignern von Lufthansa und Peugeot-Papieren auf. Die beiden Unternehmen stehen bei den Rating-Agenturen auf dem Prüfstand. Moody's überprüft derzeit die Bonitätsbewertung von Lufthansa, nachdem das Unternehmen einen Verlust in Millionenhöhe für das erste Halbjahr wegen geringerer Fluggastzahlen und zurückgehendem Cargo-Volumen gemeldet hat. Beim Autobauer Peugeot hat die Abstufung der Kreditbewertungen durch Standard & Poor's bereits stattgefunden - und der Ausblick steht auf negativ.
